Gegenbauer:
Der Name bedeutet keine Gegnerschaft, sondern ist wohl aus einer alten Bauernbezeichnung, aus dem 'Geburo' entstanden. 

»nahgiburo« Althochdeutsch: nah + geburo = "nahebei Wohnender", die Gemeinschaft aller nahe beieinander Wohnender (lt. Etymologie-Duden).

Geburo bedeutet demnach "Wohnender", ein Bewohner eines Dorfes welcher kein Bauer ist.  Die Buren kennen heut noch diese Bezeichnung und aus dem Schlesischen Sprachgebiet kommt der Name 'Gebauer' welcher demnach auch diese Bedeutung hat.

In den Kirchenbüchern in Herlazhofen und Umgebung wurde der Name immer alemannisch/schwäbisch richtig mit Gegenbaur (ohne "e") geschrieben. In den Kirchenbüchern in Fulda dagegen lange Zeit hindurch immer schon Gegenbauer mit "e".

In den Kirchbüchern des Waldviertel des 17ten und 18ten Jahrhunderts gab es unterschiedlichste Schreibweisen neben Gegenbaur auch Gegbaur, Gögbaur, Gögenbaur. Gemeint waren immer die Mitglieder der gleichen Familie. Die Schreibweise Gegenbaur hat sich lange Zeit gehalten, erst Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich dann die Schreibweise Gegenbauer (mit "e") durchgesetzt. Doch vorher hat es schon einige prominente Träger dieses Namens gegeben, z.B.


Den Maler Joseph Anton von Gegenbaur; (1800, Wangen - 1876, Rom)
bekannt als Königlich Württembergischem Hofmaler am Stuttgarter Hof.
Den Anatomen und Darwinist Carl Gegenbaur, (1825, Würzburg - 1903, Heidelberg),
bekannt durch seinen "Grundriss der vergleichenden Anatomik"
Den Mathematiker Leopold Gegenbauer, (1849, Asperhofen - 1903, Gießhübl)
bekannt durch die 'gegenbauerschen Polynome', wichtige Arbeiten auf dem Gebiet der Zahlentheorie, Algebra und Funktionentheorie.