Das Stammland der österreichischen Gegenbauer befindet sich im nördlichen Waldviertel. Die mir bekannten Linien lassen sich auf zwei Häuser (Nr. 7 und Nr. 17) in Nonndorf, Gemeinde Waidhofen/Thaya-Land zurückführen. Nonndorf bei Grünau wurde 1311 das erstemal urkundlich als "Nerndorf" erwähnt und bedeutet soviel wie "neues Dorf". Haus Nr. 17 (nun Nr. 20) steht noch und wird nach wie vor von einem Gegenbauer bwohnt; Haus Nr. 7 wurde vor kurzem abgerissen und ein neues Haus  darauf gebaut.
 
  Die Waldviertler Gegenbauer waren anfangs hauptsächlich Weber. Mehr und mehr Gegenbauer wurden dann Landwirte, obwohl die meisten davon neben der Landwirtschaft auch noch einem anderen Handwerk (Abdecker, Schlächter, Bäcker) nachgingen. Im Waldviertel mit den kargen Böden auf dem harten Granitstein nicht ungewöhnlich. Auch im Waldviertel brachte es ein Gegenbauer zum Ortsrichter und ein anderer zum Bürgermeister von Allentsteig.  
  Im 19 Jahrhundert wanderten immer mehr Waldviertler vom Land in die Stadt, hauptsächlich in die Kaiserstadt Wien. In dieser Zeit wurde die "Wiener Gärtnerdynastie" gegründet, denn es gab nicht wenige Gegenbauer die in Wien ihr landwirtschaftliches Geschick als Gärtner einsetzten. Von einen dieser Wiener Gegenbauer stammt wohl auch der berühmte Mathematiker Leopold Gegenbauer.

Meine Vorfahren blieben im Waldviertel doch als der größte Truppenübungsplatz des dritten Reiches gebaut wurde, mussten meine Großeltern aussiedeln und ihre Heimat bei Döllersheim verlassen.