Dorf und Herrschaft vor Gericht  -  Entstehung des Amann-Amtes
Wir müssen einen großen Zeitraum überspringen, weil er leer ist von urkundlichen Nachrichten, aber durchaus nicht leer an bedeutsamen Vorgängen in der geschichtlichen Entwicklung. Wir finden uns wieder in einer veränderten Welt in der zu einer selbständigen Dorfgenossenschaft mit eigenen Recht und Pflichten ein Dorfgericht gehört. Die Zahl der Richten betrug 12. Aus ihren Reihen wurde der Amann gewählt, der als Vorsitzender des Gerichts die Richter befragte. Als Zeichen seiner Würde führte er den Gerichtsstab. Schied einer der Richter aus dem Dorfgericht aus, so wählte dieses einen Ersatzmann. Die Wahl erfolgte stets auf Lebenszeit.

Der Ammann hatte als höchste Gerichtsbarkeit in den vorderösterreichischen Länder meist auch die Funktion die habsburgerische Landesherrschaft zu vertreten und in dieser Funktion hat schon so mancher Ammann Geschichte geschrieben (z.B. der Ammann von Zug) Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Person sorgfältig ausgesucht wurden und in größeren Städten die erwähnter Funktion zumeist adlige, wenn auch niedrigen Ranges, waren. In kleineren Gemeinden war der Amann meist auch der Bürgermeisters des Dorfes in einer Person.