Das Adlerwappen

Auszug aus dem Buch "Die Mönchberger Schmitte und ihre Verwandtschaften" über die schwäbische Zweiglinie der Gegenbau(e)r:

   ... von Dr. jur. Peter Gegenbaur in Wil bei St. Gallen habe ich ein Gegenbaur'sches Wappen mit dem Beifügen erhalten, dass man dieses immer als Wappen der von Herlazhofen stammenden Familie Gegenbaur betrachtet habe.
Die Familie besitzt dieses Wappen in größerer Form gemalt auf Siegelringen, aber auch auf Postkarten, auf denen es die ganze Rückseite ausfüllt mit der Druck-Beschriftung "Gegenbaur".
In der linken (von vorne: rechten) Hälfte des Wappenschildes steht die Hälfte eines den Flügel spreizenden Doppeladlers, in der linken Hälfte ein mit der Spitze durch einen Ring gehenden Stoßdegen.

Das Familienwappen, dass sich im Besitze der Familie Friedrich Gegenbaur, Wil befindet ...

Wappen der Familie Gegenbauer, Linie Herlazhofen

    ... und von dieser als ursprüngliches Wappen der Herlazhofener Familie Gegenbaur anerkannt wird.

Der Anfang des 20. Jahrhundert mit der Auffindung des Wappen beauftragte Künstler äußerte damals, dass es auffallend sei, dass das Wappen einen Adler zeige, da der Adler als Wappentier dem Kaiser vorbehalten war. Es wird daher vermutet, dass der Adler aus dem Wirtshausschild (Matthäus und die Nachkommen waren der "Adler-Wirt" in Herlazhofen) in das Wappen hereingenommen worden ist.

Auszug aus den Mönchberger Schmitte über das Adler-Wappen:

Das Familienwappen, das sich im Besitze der Familie in Wil/St. Gallen befindet, muss also in einer späteren Zeit als Wappen einer Linie geschaffen worden sein. Vielleicht hat Bernhard Gegenbaur als Vater von 20 Kindern oder sein Urenkel Johann Makarius Gegenbaur als Gründer eines neuen Geschlechts in Neumühlen das Bedürfnis empfunden für die Familie ein besonderes Wappen zu schaffen. Vielleicht rührt das (Adler-)Wappen aber auch erst vom Sohne des Makarius Gegenbaur, von Anton Gegenbaur her, auf den die im Wappen ursprünglich stehenden Buchstaben A. G. hindeuten.

 

Über die Bedeutung des durch einen Ring gehenden Stoßdegens herrscht Rätsel. Mir ist jedoch einmal zu Ohren gekommen, dass es in den Alpengebieten einen alten bäuerlichen Festtagsbrauch gab, der wie folgt ging: Man musste auf dem Rücken eines Pferdes mit einem Holzstecken (hölzerner Stoßdegen) im Galopp einen Ring der an einer Schnur in Reiterhöhe befestigt worden war, runterholen. Bei den Pferden handelte es sich sicher zumeist um damals in der Landwirtschaft gebräuchliche Arbeitstiere, wodurch dann die Rittgeschwindigkeit nicht ganz so hoch war, sodass es gelinge konnte mit dem "Degen" durch den Ring zu fädeln. 

Wenn die rechte Wappenhälfte eine schematische Darstellung dieses Brauches ist, unterstützt das jedenfalls die These dass es sich bei diesem Wappen um den ursprünglichen Wirtshausschild des Adlerwirtes handelt..